Stellungnahmen zur Berichterstattung der Freien Presse zum Hospiz

Seit 15.03.2019 veröffentlicht die Freie Presse mehrfach Artikel zum Hospiz Villa Falgard zu Ereignissen aus dem Frühjahr des vergangenen Jahres.
Zu der gewählten Form der Berichterstattung nimmt der Aufsichtsrat der Diakonie Auerbach wie auch der Landesverband der Diakonie in Sachsen wie folgt Stellung: 

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Diakonie Auerbach
Erklärung des Aufsichtsrates vom 16.04.2019

In einer Reihe von Presseveröffentlichungen über das Hospiz in Falkenstein werden seit einigen Wochen in der „Freien Presse“ Ereignisse zum Thema gemacht, die vor etwa einem Jahr geschehen sind.

Darüber wurde im Juli 2018 bereits einmal kritisch und sachlich berichtet.

Dass es im ersten Jahr nach Eröffnung des Hospizes Anlaufschwierigkeiten gab, sich ein neues Team erst aufbauen und finden musste, und diese problematische Zeit auch damit verbunden war, dass personelle Entscheidungen getroffen werden mussten, gehört zu der Geschichte der Einrichtung. In dieser Zeit gab es von Seiten der verschiedenen Führungsebenen bis hin zu den Vorständen intensive Unterstützung für die Einrichtung, um die Anlaufschwierigkeiten zu bewältigen. Hierzu gehörten auch die Bemühungen, nach Bekanntwerden von Spannungen im Team die unterschiedlichen Sichtweisen wieder zusammen zu bringen.

In besonderer Weise tragisch ist der Suizid einer Mitarbeiterin. Davon waren ihre Kolleginnen, wie alle in der Leitung der Diakonie Tätigen tief betroffen, vom Leid der direkten Angehörigen gar nicht zu sprechen. Wir werden dies nicht auf die Weise in die Öffentlichkeit tragen, wie es durch Andere geschehen ist. Die Diakonie Auerbach steht im engen Austausch mit dem Witwer. Die Instrumentalisierung des Suizids in der Presseberichterstattung werden seitens des Witwers und der Diakonie Auerbach entschieden abgelehnt. Die Trauerarbeit wird nicht in der medialen Öffentlichkeit geleistet, diese wird dadurch vielmehr erschwert.

Den leitenden Mitarbeitern der Diakonie die Schuld an diesem Suizid zu geben, weisen wir noch einmal ausdrücklich zurück. Über die Medien Schuldfragen zu konstruieren und einzelnen Personen zuzuweisen, halten wir für unangemessen und erwarten, dass von allen Beteiligten an dieser Stelle eine größere Sensibilität an den Tag gelegt wird.

Der Aufsichtsrat wurde vom Vorstand über die ergriffenen Maßnahmen immer zeitnah informiert. Eine nochmalige Überprüfung der einzelnen Schritte hat ergeben, dass es in dieser Phase eine intensive und vielfältige Unterstützung gab. Manche Vorkommnisse machten es zur damaligen Zeit aber auch nötig, personelle Entscheidungen zu treffen.

Die Entwicklung, die das Hospiz seit Sommer 2018 genommen hat, ist ein Zeichen dafür, dass aus dieser schwierigen Zeit die richtigen Konsequenzen gezogen worden sind. Dieser Prozess ist natürlich nicht abgeschlossen. Deshalb ist konstruktive Kritik jederzeit willkommen. Die derzeit gegen die Diakonie Auerbach laufende meist einseitig argumentierende Kampagne ist dabei allerdings weder hilfreich noch angemessen.

Johannes Kaufmann, Vorsitzender des Aufsichtsrates

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Diakonisches Werk der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens
Pressemitteilung
vom 18.04.2019

Diakonie Sachsen bedauert Tod einer Mitarbeiterin von vor einem Jahr und hält die aktuelle mediale Diskussion um das Hospiz in Falkenstein für unangemessen.

In der Berichterstattung um die Vorgänge im Hospiz „Villa Falgard“ in Falkenstein bezieht die Diakonie Sachsen Stellung.

Vorstandsvorsitzender Dietrich Bauer: "Die Diakonie Sachsen bedauert den Suizid der ehemaligen Hospiz-Mitarbeiterin zutiefst. Ihr Sterben vor über einem Jahr erschüttert uns immer noch und wir sprechen ihrer Familie unsere aufrichtige Anteilnahme aus!“

Die Diakonie sei aber auch der Überzeugung, dass sich über dieses tragische Geschehen nicht in der medialen Öffentlichkeit ausgebreitet werden sollte. „Und zwar einerseits aus Respekt vor den Hinterbliebenen, die dies nicht wünschen. Aber auch aus Rücksicht auf die im Hospiz lebenden Menschen in ihrer letzten Lebensphase und deren Angehörigen. Es muss für sie unerträglich sein, das letzte Zuhause ihrer sterbenden Angehörigen wegen Vorgänge von vor einem Jahr immer wieder in der medialen Berichterstattung zu sehen. Und auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich dort engagiert und einfühlsam um ihre Gäste kümmern, sollten ihre Arbeit in Frieden tun können!“

Diakonisches Werk der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens e.V.
Obere Bergstraße 1
01445 Radebeul

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