Flutkatastrophe 2021: Aktion „Vogtland hilft“

Mit der Aktion "Vogtland hilft" will die Diakonie Auerbach konkret im Landkreis Ahrweiler Unterstützung leisten.
Wir arbeiten vor Ort mit den Ortsbürgermeistern, dem Katastrophenschutz, THW sowie mit der Elektro-Innung Ahrweiler (www.stromversorgung-aw.de) zusammen und stehen mit ihnen im regelmäßigen Austausch.
Die ehrenamtlichen Helfer, die über die Diakonie Auerbach ins Flutgebiet fahren, werden vor Ort in einem Camp betreut und von dort zu den konkreten Einsatzorten gefahren.
Bei Sachspenden organisieren wir konkret die Dinge, um die uns unsere Ansprechpartner vor Ort bitten. Wir bitten Sie um Verständnis, dass wir uns allein auf die benannten Punkte konzentrieren. Dies stellt nicht in Frage, wenn aus Ihrer persönlichen Sicht andere Dinge ebenfalls wichtig sind. Die Hilfsbedarfe verändern sich ständig, daher aktualisieren wir diese Seite regelmäßig.

Ahr-Psalm
Schreien will ich zu dir, Gott...
Stephan Wahl 19. Juli 2021

 

Wo wir helfen
Derzeit sind wir in verschiedenen Stadteilen von Ahrweiler und Dernau tätig.
Hier helfen Freiwillige bei der Schuttbeseitigung und ermöglichen die provisorische Stromversorgung über Aggregate. Bei entspechender beruflicher Ausbildung werden sie auch um Unterstützung gebeten für Tätigkeiten, für welche Fachkraftkenntnisse wertvoll sind. Wir unterstützen Betroffene, welche derzeit evakuiert wurden, deren Häuser aber mit hoher Sicherheit nicht abgerissen werden müssen. Schnelle Hilfe wollen wir dort leisten, wo Betroffene keine Versicherung haben, oder wo die Versicherung die Unterstützung spitzfindig verweigert, indem sie die Verträge nachträglich einseitig kündigt oder einen Unterschied zwischen Hochwasser (Elementarversicherung) und Flut (nicht gedeckt) macht.

Wir distanzieren uns ausdrücklich von sogenannten Helfern aus der rechten Szene, welche aus dem Vogtland stammend auf eigene Faust ins Flutgebiet fahren und dort mit ihren Umtrieben die Polizei beschäftigen. Diese Menschen haben mit dem Hilfsangebot der Diakonie Auerbach nichts zu tun, sorgen aber vor Ort für einen schlechten Ruf des Vogtlandes und bringen die Hilfe von freiwilligen Helfern in Misskredit.

So können wir gemeinsam helfen:
Geldspenden, Sachspenden, ehrenamtliche Hilfe vor Ort, Unterstützung bei Transport

1. Geldspenden
Die eingehenden Spenden werden zu 100 % für das Projekt genutzt zur Anschaffung der Dinge, welche wir auch als Sachspende aufzählen.  
Um den organisatorischen Aufwand in Grenzen zu halten, bitten wir Sie zum Beispiel für Spendenquittungen um eine mail an mit Angabe Ihrer vollständigen Kontaktdaten. 

Spendenkonto:
Sparkasse Vogtland
Kontoinhaber: Diakonie Auerbach
IBAN: DE52 8705 8000 3551 0048 53
BIC: WELADED1PLX
Verwendungszweck: Hochwasser 2021

Wir sind als Gemeinnützige Institution berechtigt, Spendenquittungen auszustellen. Teilen Sie uns hierfür Ihre vollständige Adresse mit.

2. Sachspenden

  • Sachspenden müssen sicher transportiert werden und bei den Betroffenen vollständig ankommen. Aus organisatorischen Gründen gerade vor Ort werden wir manche Dinge daher nur neu bzw. neuwertigen Zustand in das Flutgebiet bringen.
  • Bedenken Sie, dass wir derzeit nur sehr begrenzte Möglichkeiten haben Sachspenden abzuholen. Wir würden uns freuen, wenn Sie ihre Sachspende zu uns bringen könnten. Nehmen Sie hierzu Kontakt zu uns auf unter

Für Einwohner, deren Wohnung wiederhergestellt werden können

  • Hilfe zur Selbsthilfe: Werkzeug für Abbrucharbeiten, zum Beispiel als Set bestehend aus Stemmhammer und Stromaggregat mit ca. 5kw
  • große stabile Müllsäcke
  • Wir bereiten gerade Hilfe für evakuierte Personen vor, zu denen wir direkten Kontakt haben. In den nächsten Tagen wird daher der Bedarf an konkreten Sachspenden auf dieser Seite aufgeführt.

Für Einrichtungen

  • Notstromaggregate groß:
    • Damit wird es möglich, dass Einrichtungen, deren Erdgeschoss überflutet war, ansonsten aber intakt sind, in den oberen Etagen schnellstmöglich wieder genutzt werden können.
    • Kauf: Aufgrund der massiven Schäden der Infrastruktur ist der Kauf von Geräten zu empfehlen.
    • In der Region gibt es keine Notstromaggregate mehr. Über einen Großhändler können wir Notstromaggregate aller Größen beziehen von klein für den Hausgebrauch bis hin zur Versorgung von ganzen Einrichtungen. Wir suchen Spender, welche diese Geräte kaufen und als Sachspende übergeben. Diese werden dann in das Flutgebiet gebracht. Aufgrund der zerstörten Infrastruktur werden die Geräte auf lange Sicht gebraucht sodass sich der Kauf lohnt.
  • Pflegebetten für stationäre Einrichtungen: Hier bitten wie Sie zunächst um Rücksprache.

3. ehrenamtliche Hilfe: zeitlich befristeter Arbeitseinsatz im Flutgebiet entlang der Ahr von Altenahr bis zur Stadt Sinzig

Die Menschen vor Ort sind erschöpft. Jede weitere Hand hilft. Wir möchten dazu ermutigen, für einige Tage mit anzupacken.
Wir suchen schwerpunktmäßig Handwerker sowie (handwerklich begabte) Helfer. Die Helfer sollten mindestens 16 Jahre alt sein.
Aktuell werden vor allem Elektriker (gern auch pensioniert) gesucht, um die Häuser über ein provisorisches Netz wieder anzuschließen.

  • Wichtige Informationen im Vorfeld:
    • Fahren Sie nicht auf eigene Faust. Sie kommen ohne Freigabe nicht ins Krisengebiet und werden nach Hause geschickt.
    • Ihr Einsatz muss vorbereitet werden.
    • Um Ihren Einsatz vorzubereiten bitten wir Sie, rund drei Tage vorher mit uns Kontakt aufzunehmen unter .
      Hierfür brauchen wir folgende Informationen:
      • Ihre Handynummer (Hauptkommunikation über whatsapp)
      • Ihre Adresse
      • die Namen, Adresse, Mail und Handynummer all derer, die mit Ihnen kommen wollen
      • den Zeitraum, in dem Sie anreisen, mithelfen und abreisen möchten (insgesamt möglichst mindestens fünf Tage).
        Bedenken Sie, dass Sie aufgrund der Entfernung für Anreise und Abreise je einen Tag einplanen, an dem sie nicht vor Ort helfen können.
    • Wenn wir Ihre Daten haben, teilen wir Ihnen den Standort des Camps mit
    • Wir haben Kollegen vor Ort, die Ihren Einsatz organisieren und vor Ort für Sie Ansprechpartner sind.
  • Unterkunft:
    • Unser Camp ist im Ort Spessart. Dieser ist außerhalb der Gefahrenzone und mit Auto sehr gut erreichbar. Duschen, WC und Verpflegung sind vor Ort.
    • Das THW hat Zelte aufgebaut, in denen Sie schlafen können. Sie können jedoch auch eigene Zelte oder Wohnwagen mitbringen.
    • Bitte bringen Sie alles mit, was Sie zum Campen benötigen (inkl. Tische etc.). Es gibt nur sehr begrenzt Strom im Camp. Wenn Sie kochen möchten, bitte Gaskocher bedenken.
    • Bringen Sie etwas Proviant mit, vor allem für das Frühstück. Die Lebensmittelversorgung im Camp ist ansonsten gesichert.
  • Anreise
    • Sie können frei entscheiden, wann und wie lange Sie helfen wollen.
      Geben Sie uns mindestens drei Tage vorher Bescheid, dass Sie fahren werden. Dies ermöglicht, auch Fahrgemeinschaften zu organisieren, wenn andere Helfer zur gleichen Zeit fahren.
    • Daher gibt es keine fest organisierten Fahrten vom Vogtland aus ins Flutgebiet. 
    • Sie reisen im eigenen PKW oder bilden Fahrgemeinschaften.
  • Dauer
    • Wir empfehlen Ihnen, mindestens drei Tage vor Ort zu sein. Rechnen Sie zudem einen Tag zur Anreise und einen Tag zur Abreise. Insgesamt 5 Tage.
  • Der Einsatz
    • im Räumgebiet:
      • von unserem Camp in Spessart aus bringt Sie ein Shuttlebus 7.30 Uhr zu den Einsatzorten im Räumgebiet und gegen 17.30 Uhr wieder zurück zum Camp
      • Die Einsätze werden von unseren Kollegen vor Ort im Zusammenspiel mit dem THW/der Bundeswehr oder durch eigene ortsansässige Fahrzeuge organisiert. Sie fahren nicht mit Ihrem Privatfahrzeug in die Gebiete.
    • im Hinterland - zum Beispiel am Nürburgring:
      • vom Camp aus ist der Nürburgring gut mit eigenem Auto erreichbar. Hier werden Ehrenamtliche zum Sortieren der Sachspenden gesucht. Sie können sich dort melden.
  • Arbeitskleidung
    • für den Einsatz brauchen Sie lange Arbeitskleidung, feste Arbeitshandschuhe oder Gummistiefel, MNS oder FFP2 Maske als Schutz vor dem Schlamm
      • Die Arbeitskleidung muss nach dem Einsatz und noch vor dem Transfer ins Camp ausgezogen werden. Im Camp können die Arbeitssachen an einer vorgegebenen Stelle dann abgekärchert werden.
    • große Säcke zum Transport der Einsatzwäsche
    • Wechselkleidung für die Fahrt aus dem Räumgebiet - um die Fahrzeuge nicht zu konterminieren
  • Versicherung
    • Die LVM bietet freiwilligen Helfern eine kostenlose Versicherung an. Alle Informationen hierzu finden Sie hier.

Diese Form von Hilfe wird in den betroffenen Regionen sehr dankbar aufgenommen, gerade weil es ein sichtbares Zeichen ist, dass sie nicht allein sind.

Erzählen Sie die Geschichte hinter ihrem Engagement

Wir bitten Sie darum, uns die Geschichten und Bilder zu senden, wie es zu ihrem Entschluss kam zu helfen und wie die Hilfe dann aussah. Die Geschichten geben Trost und Mut trotz der Katastrophe nicht aufzugeben. Auf diese Geschichten werden die Betroffenen irgendwann antworten. Auch hier möchten wir den Kontakt zurück zu Ihnen herstellen.
Für Ihre Geschichten und Kontaktadressen etc. senden Sie uns bitte eine Mail an:  

 Was wurde bislang geschafft?

  • Unterstützung der Elektro-Innung bei der unentgeltlichen Aufstellung von Baustromverteilern zur Versorgung von betroffenen Häusern. www.stromversorgung-aw.de
  • Anschaffung eines großen Stromaggregates, welcher derzeit 30 Haushalte in Ahrweiler versorgt
  • Anschaffung von zwei Quads zum Transport im Räumgebiet in Bereichen, welche mit PKW, Transporter etc. aufgrund der zerstörten Infrastruktur schwer erreichbar sind
  • Anschaffung von kleinen Stromaggregaten zur Stromversorgung von einzelnen Häusern
  • Hilfe bei der Beseitigung von Schlamm und Schutt aus betroffenen Wohnhäusern, von Schulen und Kindergärten.
  • Helfer mit entsprechender Fachkraftausbildung unterstützen konkret bei Tätigkeiten, wo Fachkenntnisse gefragt sind.
  • Wir unterstützen bei der Organisation des Camps, um Helfer zu vermitteln, gut zu betreuen und zielgerichtet an Einsatzorte bringen zu können.
  • Verteilung/Weiterleitung von konkreten Sachspenden

Wir werden auf dieser Internetseite fortwährend über die Entwicklung der Aktion informieren.

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