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Monatsspruch Oktober

Monatsspruch

Monatsspruch Oktober

Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!

(Galater 5,1/ LU17) 

Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser, 

Katzen sind Tiere, die die Freiheit lieben. Und doch sind sie verlässlich in Beziehungen. Die meisten Katzen halten sich eine Bezugsperson als Futtergeber*in und lassen sich von dieser Person auch manchmal streicheln. Weil Katzen in festen Territorien leben, ist ein Umzug für sie herausfordernd. Meine Katze locke ich seit Jahren mit einem gepfiffenen Lied. Auf dieses hin kommt sie regelmäßig aus ihrem Revier heraus in mein Haus. 
Die Bibel beschreibt von der Schöpfung bis zur Offenbarung die Sehnsucht Gottes: Er will mit den Menschen in Beziehung sein. Paulus nimmt diesen Gott ganz sehr ernst. Von klein auf hält er die frommen Regeln ein. Weil sie für alle gelten, machte Paulus den ersten Jesusanhängern das Leben schwer. Gottes Regeln zeigen seine Erwartung an unser Tun auf. Die Tragik liegt darin, dass kein Mensch all diese Regeln durchgängig einhalten kann, also kein Mensch zu Gott passt. Gott nahe sein ist unmöglich – ein Dilemma für die Beziehung. 
Der Ausweg Gottes: Wer auf die Stimme seines Sohnes hört, kommt in sein Haus – ganz ohne ein Gesetz einzuhalten. Gott glauben ist angesagt; also darauf vertrauen, dass er mich zuhause aufnimmt, wenn ich zu ihm komme. Zugang zu Gott – so verstanden – ist frei von Fragen ethischer oder religiöser Regeln. Freiheit heißt entsprechend: Zu Gottes Haus gibt es keine verhaltensbezogene Einlasskontrolle. Gottes Sohn kam in die Welt und hat jedem Menschen eine persönliche Beziehung angeboten. Seine Stimme lockt täglich in sein Haus. Es ist meine Entscheidung, den Weg zu ihm zu gehen. 
Immer wieder fällt es Menschen ein, den Zugang zu Gott zu regulieren. Will jemand zu Gott kommen, muss er oder sie zuerst: Die 10 Gebote einhalten oder sich nach der Ordnung der eigenen Organisation taufen lassen oder die Feste des alten Israel einhalten oder, oder, oder. Paulus, nachdem er von Jesus Christus die Augen geöffnet bekommen hat, warnt eindrücklich davor: Wer solchen Regeln folgt, verliert die Gnade Gottes und die damit verbundene Freiheit. Das bewertet Paulus als Gefahr, denn es widerspricht Gottes Liebe. 
Im Bild gesprochen: Gott schenkt mir die Freiheit einer Katze. Wenn ich ihn höre, kann ich ihm antworten und einfach mit zu ihm nachhause gehen.  

H. Christoph Geuder 
KirchenBezirksSozialarbeiter